Es ist erstaunlich. Die zentralste Strasse unserer Stadt ist eine Hauptverkehrsachse und verbindet quasi in Eigenregie die Kantone Solothurn und Aargau. Gleichzeitig isoliert sie den Bahnhof, also den ÖV, rundherum mit motorisiertem Individualverkehr. Mit einem Verkehrsaufkommen, dass es klöpft und tätscht. Und jeden Morgen frage ich mich: Ist in dieser Stadt eigentlich irgendjemand glücklich damit? Zu Fuss, auf dem Velo, im Bus oder am Steuer?
Die «alte» Bahnhofstrasse kenne ich nur vom Hörensagen. Es habe Lichtsignalanlagen gegeben, die den Verkehrsfluss gestört hätten, und Fussgängerstreifen, die niemand beachtet habe. Inzwischen wurde die Strasse umgestaltet beziehungsweise wurden in verschiedenen Testläufen neue Gestaltungen ausprobiert. Auf der Website des Kantons lese ich, das Motto sei «Miteinander statt Gegeneinander». Tiptop. Ich frage mich bloss: Kann es ein Miteinander geben, wenn ich als Fussgängerin bei einem Unfall zwangsläufig den Kürzeren ziehe? Wenn ich jedes Mal verunsichert bin, sobald ich diese Strasse queren oder befahren muss? Und wenn unterschiedliche Wissensstände darüber herrschen, wer nun tatsächlich Vortritt hat? (Service Announcement: die Autos.)
Dann sind da noch diese roten Pflanztröge, aus denen ein paar bedauernswerte Halme spriessen. Der Schatten der jahrzehntealten Platanen auf der Südseite hat mir in diesem Hitzesommer den Nachhauseweg gerettet. Wie schön wäre es, die roten Kistchen durch hitzeresistente Jungbäume zu ersetzen, damit einst die Kinder unserer Kinder von Hitzeminderungsmassnahmen profitieren, die ihre Grosseltern getroffen haben. Aber vielleicht ist das ja sogar geplant, vielleicht liegen aber auch einfach zu viele Leitungen unter dem Asphalt. Träumen soll man ja dürfen.
Und bei all den Versuchen und Massnahmen frage ich mich: Wozu eigentlich? Sind es am Ende nicht bloss kosmetische Eingriffe, um der Frage auszuweichen, ob es auf dieser Achse schlicht zu viele Autos hat?
Es bleibt erstaunlich. Eine kleine Stadt, die ihre reiche Geschichte in Fassaden, Giebeln und Gassen so wunderschön bewahrt hat, gesteht dem Verkehr und der Blechlawine auffallend viel Raum zu. Vielleicht ist Aarau hier aber auch einfach Befehlsempfängerin des Kantons. Eines Kantons, zu dessen Klischees nicht nur die Rüeblitorte und die weissen Socken, sondern auch die Autos und Autobahnen gehören.
Nun, ich beobachte die Entwicklung der Bahnhofstrasse weiterhin gespannt. Und freue mich darauf, eine Person zu finden, die damit glücklich ist.
Die «alte» Bahnhofstrasse kenne ich nur vom Hörensagen. Es habe Lichtsignalanlagen gegeben, die den Verkehrsfluss gestört hätten, und Fussgängerstreifen, die niemand beachtet habe. Inzwischen wurde die Strasse umgestaltet beziehungsweise wurden in verschiedenen Testläufen neue Gestaltungen ausprobiert. Auf der Website des Kantons lese ich, das Motto sei «Miteinander statt Gegeneinander». Tiptop. Ich frage mich bloss: Kann es ein Miteinander geben, wenn ich als Fussgängerin bei einem Unfall zwangsläufig den Kürzeren ziehe? Wenn ich jedes Mal verunsichert bin, sobald ich diese Strasse queren oder befahren muss? Und wenn unterschiedliche Wissensstände darüber herrschen, wer nun tatsächlich Vortritt hat? (Service Announcement: die Autos.)
Dann sind da noch diese roten Pflanztröge, aus denen ein paar bedauernswerte Halme spriessen. Der Schatten der jahrzehntealten Platanen auf der Südseite hat mir in diesem Hitzesommer den Nachhauseweg gerettet. Wie schön wäre es, die roten Kistchen durch hitzeresistente Jungbäume zu ersetzen, damit einst die Kinder unserer Kinder von Hitzeminderungsmassnahmen profitieren, die ihre Grosseltern getroffen haben. Aber vielleicht ist das ja sogar geplant, vielleicht liegen aber auch einfach zu viele Leitungen unter dem Asphalt. Träumen soll man ja dürfen.
Und bei all den Versuchen und Massnahmen frage ich mich: Wozu eigentlich? Sind es am Ende nicht bloss kosmetische Eingriffe, um der Frage auszuweichen, ob es auf dieser Achse schlicht zu viele Autos hat?
Es bleibt erstaunlich. Eine kleine Stadt, die ihre reiche Geschichte in Fassaden, Giebeln und Gassen so wunderschön bewahrt hat, gesteht dem Verkehr und der Blechlawine auffallend viel Raum zu. Vielleicht ist Aarau hier aber auch einfach Befehlsempfängerin des Kantons. Eines Kantons, zu dessen Klischees nicht nur die Rüeblitorte und die weissen Socken, sondern auch die Autos und Autobahnen gehören.
Nun, ich beobachte die Entwicklung der Bahnhofstrasse weiterhin gespannt. Und freue mich darauf, eine Person zu finden, die damit glücklich ist.


