Aarau liegt an der Aare. Am Wasser. Auch am Stadtbach. Das Wasser hat mich schon immer interessiert.
Was ich bedaure: Aarau hat keine Aareschifffahrt, wie ich mir das wünschte. In Basel gibts diverse Fähren über den Rhein. Ab Solothurn gibt es eine wunderschöne, zweieinhalbstündige Kursschifffahrt auf der Aare bis nach Biel. Wieso in Aarau nichts?
Hauptsächlich verstellen unsere Kraftwerke auf Stadtgebiet einer Schifffahrt den Weg. Das gibt zwar genügend Strom – aber keine schönen Schifffahrten.
Klar gibt es die Kanuten, die Pontoniere, die Wasserfahrer:innen, die auf der Aare üben. Ich war selbst mal bei den Jungpontonieren dabei, lernte das Rudern und Stacheln, womit ich im Militärdienst später auch bei den Pontonieren in Brugg ausgebildet wurde, in Brückenbau, Fähren und der Motorbootsprüfung.
Wir sollten die Frage stellen: Wie könnte Aarau denn zu mehr Schiffahrt kommen? Beginnen wir unsere Phantasie rudernd zu bewegen. Wo wäre eine Fähre denkbar, möglich und attraktiv? Wie wäre es mit einer Kanalschifffahrt vom Stauwehr beim Vogelinseli bis zum Stauwehr Schönenwerd? Welche jeweils die Badenden dorthin (zurück)bringen könnte? Oder eine Fähre in Rohr nach Biberstein? Oder eine Bootsverbindung mitten im Fluss vom Vogelinseli zur Zurlindeninsel und zurück?
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gab es Pläne für einem Transhelvetischen Kanal von Basel bis Genf, weitgehend auf der Aare, welche schiffbar gemacht worden wäre, mit Schleusen und Häfen. Auch in Aarau wären Schleusen dafür vorgesehen gewesen (siehe den Plan).
Eigentlich schade, dass diese schweizweite Schiffsverbindung nicht realisiert wurde. Vom Umweltschutzgedanken her ist hingegen der Verzicht darauf verständlich.
Jetzt, wo eben der Maienzug bei schönstem Wetter die letzten Tage stattgefunden hat, wäre es auch eine Idee wert, ob nicht auch ein Fluss- und Aarefest in den Maienzug integriert werden könnte. Oder alternativ: Ein zusätzliches Fluss-, Aare- und Schiffsfest in Aarau alljährlich stattfinden könnte. Sämtliche Wassersportvereine müssten dafür gewonnen werden können. Die Aare und der Kanal müssten dann voller Schiffe und Schiffsangebote sein. Wieso nicht auch ein Pedalo-Angebot bieten, als Alternative zum Putschautofahren auf dem Rummelplatz?
Eine Stadt, die den Flussnamen im Stadtnamen führt, wie Aarau, müsste mit dem Fluss einfach noch mehr machen, sich ihm mehr annähern, obwohl sie historisch auf dem Felsen gebaut wurde, um vom Fluss und seinen damaligen Überschwemmungen geschützt zu sein. Die Aare wurde über Jahrhunderte in erster Linie als Gefahr gesehen.
Wer wäre dabei, ein Aare-, Fluss- und Schiffsfest in Aarau zu gründen?
P.S. 1: Im übrigen sei wieder einmal daran erinnert, dass der Einwohnerrat die Bürgermotion für eine Realisierung einer Aarebadi vor mittlerweile acht Jahren angenommen hatte, der Stadtrat somit schon längst mit einer konkreten Vorlage für eine solche Aarebadi an den Einwohnerrat hätte kommen müssen. Aber der Auftrag wird offensichtlich auf die lange Bank geschoben, in Missachtung des legislativen Auftrages.
P.S.: 2: Im Gegensatz dazu pressierte es dem Stadtrat ungemein, die verfehlte Vorlage für eine «Argoviaarena» mit der absurden Finanzierung via überteuerte Wohnbauten vorwärtszutreiben. Ich schrieb schon vor fast zwei Jahren in einer Kolumne dagegen an. Nun hat der Einwohnerrat erfreulicherweise dieses Projekt an der letzten Junisitzung mit einer verbindlichen Motion von SP/Grünen/Pro Aarau gestoppt, die so lautete: «Dem Einwohnerrat ist ein Planungskredit zwecks Ausarbeitung der Varianten ‹Sanierung› und ‹Neubau› der Sportinfrastruktur Schachenhalle vorzulegen (ohne Abhängigkeit von externen Realisierungspartnern)». Juristisch ist völlig klar, dass damit ein Projekt wie die Argoviaarena, die in Abhängigkeit von externen Realisierungspartnern wie der dafür vorgesehenen Halter AG geplant war, endgültig und definitiv gestoppt ist. Doch gibt es in Verlautbarungen Anzeichen, dass der Stadtrat und insbesondere der Stadtpräsident diesen legislativen Auftrag auf die leichte Schulter zu nehmen gedenkt, und bereit ist, auch entgegen diesem klaren Auftrag durch Hintertüren weiter zu Gunsten des fallierten Projektes zu handeln. Käme es effektiv – trotz der SP/Grünen/Pro Aarau-Mehrheit im Stadtrat – zu solchen Handlungen, wären ernsthafte aufsichtsrechtliche Schritte zu prüfen. Das Projekt Argoviaarena hat zu Recht Schiffbruch erlitten und ist im Wasser des Flusses versunken.
Was ich bedaure: Aarau hat keine Aareschifffahrt, wie ich mir das wünschte. In Basel gibts diverse Fähren über den Rhein. Ab Solothurn gibt es eine wunderschöne, zweieinhalbstündige Kursschifffahrt auf der Aare bis nach Biel. Wieso in Aarau nichts?
Hauptsächlich verstellen unsere Kraftwerke auf Stadtgebiet einer Schifffahrt den Weg. Das gibt zwar genügend Strom – aber keine schönen Schifffahrten.
Klar gibt es die Kanuten, die Pontoniere, die Wasserfahrer:innen, die auf der Aare üben. Ich war selbst mal bei den Jungpontonieren dabei, lernte das Rudern und Stacheln, womit ich im Militärdienst später auch bei den Pontonieren in Brugg ausgebildet wurde, in Brückenbau, Fähren und der Motorbootsprüfung.
Wir sollten die Frage stellen: Wie könnte Aarau denn zu mehr Schiffahrt kommen? Beginnen wir unsere Phantasie rudernd zu bewegen. Wo wäre eine Fähre denkbar, möglich und attraktiv? Wie wäre es mit einer Kanalschifffahrt vom Stauwehr beim Vogelinseli bis zum Stauwehr Schönenwerd? Welche jeweils die Badenden dorthin (zurück)bringen könnte? Oder eine Fähre in Rohr nach Biberstein? Oder eine Bootsverbindung mitten im Fluss vom Vogelinseli zur Zurlindeninsel und zurück?
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gab es Pläne für einem Transhelvetischen Kanal von Basel bis Genf, weitgehend auf der Aare, welche schiffbar gemacht worden wäre, mit Schleusen und Häfen. Auch in Aarau wären Schleusen dafür vorgesehen gewesen (siehe den Plan).
Eigentlich schade, dass diese schweizweite Schiffsverbindung nicht realisiert wurde. Vom Umweltschutzgedanken her ist hingegen der Verzicht darauf verständlich.
Jetzt, wo eben der Maienzug bei schönstem Wetter die letzten Tage stattgefunden hat, wäre es auch eine Idee wert, ob nicht auch ein Fluss- und Aarefest in den Maienzug integriert werden könnte. Oder alternativ: Ein zusätzliches Fluss-, Aare- und Schiffsfest in Aarau alljährlich stattfinden könnte. Sämtliche Wassersportvereine müssten dafür gewonnen werden können. Die Aare und der Kanal müssten dann voller Schiffe und Schiffsangebote sein. Wieso nicht auch ein Pedalo-Angebot bieten, als Alternative zum Putschautofahren auf dem Rummelplatz?
Eine Stadt, die den Flussnamen im Stadtnamen führt, wie Aarau, müsste mit dem Fluss einfach noch mehr machen, sich ihm mehr annähern, obwohl sie historisch auf dem Felsen gebaut wurde, um vom Fluss und seinen damaligen Überschwemmungen geschützt zu sein. Die Aare wurde über Jahrhunderte in erster Linie als Gefahr gesehen.
Wer wäre dabei, ein Aare-, Fluss- und Schiffsfest in Aarau zu gründen?
P.S. 1: Im übrigen sei wieder einmal daran erinnert, dass der Einwohnerrat die Bürgermotion für eine Realisierung einer Aarebadi vor mittlerweile acht Jahren angenommen hatte, der Stadtrat somit schon längst mit einer konkreten Vorlage für eine solche Aarebadi an den Einwohnerrat hätte kommen müssen. Aber der Auftrag wird offensichtlich auf die lange Bank geschoben, in Missachtung des legislativen Auftrages.
P.S.: 2: Im Gegensatz dazu pressierte es dem Stadtrat ungemein, die verfehlte Vorlage für eine «Argoviaarena» mit der absurden Finanzierung via überteuerte Wohnbauten vorwärtszutreiben. Ich schrieb schon vor fast zwei Jahren in einer Kolumne dagegen an. Nun hat der Einwohnerrat erfreulicherweise dieses Projekt an der letzten Junisitzung mit einer verbindlichen Motion von SP/Grünen/Pro Aarau gestoppt, die so lautete: «Dem Einwohnerrat ist ein Planungskredit zwecks Ausarbeitung der Varianten ‹Sanierung› und ‹Neubau› der Sportinfrastruktur Schachenhalle vorzulegen (ohne Abhängigkeit von externen Realisierungspartnern)». Juristisch ist völlig klar, dass damit ein Projekt wie die Argoviaarena, die in Abhängigkeit von externen Realisierungspartnern wie der dafür vorgesehenen Halter AG geplant war, endgültig und definitiv gestoppt ist. Doch gibt es in Verlautbarungen Anzeichen, dass der Stadtrat und insbesondere der Stadtpräsident diesen legislativen Auftrag auf die leichte Schulter zu nehmen gedenkt, und bereit ist, auch entgegen diesem klaren Auftrag durch Hintertüren weiter zu Gunsten des fallierten Projektes zu handeln. Käme es effektiv – trotz der SP/Grünen/Pro Aarau-Mehrheit im Stadtrat – zu solchen Handlungen, wären ernsthafte aufsichtsrechtliche Schritte zu prüfen. Das Projekt Argoviaarena hat zu Recht Schiffbruch erlitten und ist im Wasser des Flusses versunken.
Über
Ausgewählte Aarauerinnen und Aarauer schreiben in der Rubrik «Gastkommentar» über ihre Sicht auf die Dinge und die Stadt.
Stephan Müller ist Szenograf und ehemaliger Einwohnerrat, sonst Stadtspaziergänger und Teilzeitmitarbeiter eines linken Wochenblattes.
Bild: Thomas Widmer