Dass der Begriff «Maienzug» vom traditionellen Schneiden der Ruten («Meyen») der Aarauer Schulen im 16. Jahrhundert stammt, wissen heute wahrscheinlich die meisten Aarauer:innen. Dass der Kinderumzug irgendwann von einem König und einer Königin, also von einem verkleideten Schülerpaar, angeführt wurde, ist dagegen weniger bekannt. Auch die alte Umzugsroute mag heute viele überraschen: So ging es damals noch nach Suhr oder zum Hungerberg. Der im 19. Jahrhundert gängige kurze Marsch vom Graben in die Stadtkirche wurde erst in den 1880er-Jahren allmählich ausgedehnt. Und wer heute in erster Linie Vorabend und «Beizlifest», Bankett-Völlerei oder Familientänze mit dem Maienzug verbindet, wird mit Verwunderung feststellen, dass sich das Fest im 19. Jahrhundert noch stark um den kirchlichen Gottesdienst drehte.
Vor allem Militärnostalgiker:innen in Aarau werden mit Sehnsucht feststellen, dass vor 100 Jahren das Freischarenmanöver der Kadetten noch ein regelrechter Höhepunkt des Maienzugs darstellte. Die 10 bis 15 Jahre alten Kadetten der Bezirksschule verschossen dabei allerhand Schiesspulver, während die als «Tscherkessen», «Garibaldianer» oder «Zulus» verkleideten Freischaren jeweils aufwendig inszeniert in die Flucht geschlagen wurden. Die Verkleidungssujets der Freischaren orientierten sich dabei offensichtlich an Volksgruppen, welche den Zeitgenoss:innen als besonders wild, gefährlich oder exotisch daherkamen – als Gegensatz zu den stramm organisierten Kadetten.
Simon und Manuel begeben sich in der neuen Folge «Geschichten aus Aarau» auf das Schlachtfeld des Aarauer Freischarenmanövers, an die Morgenfeiern des 19. Jahrhunderts und an die Bankett-Tische vor 100 Jahren. In ihrem Gespräch beleuchten sie, was sich am Aarauer Fest aller Feste einmal anders war – und was bis heute blieb.
Die Folge kann auch auf Apple Podcast abgespielt werden.
Vor allem Militärnostalgiker:innen in Aarau werden mit Sehnsucht feststellen, dass vor 100 Jahren das Freischarenmanöver der Kadetten noch ein regelrechter Höhepunkt des Maienzugs darstellte. Die 10 bis 15 Jahre alten Kadetten der Bezirksschule verschossen dabei allerhand Schiesspulver, während die als «Tscherkessen», «Garibaldianer» oder «Zulus» verkleideten Freischaren jeweils aufwendig inszeniert in die Flucht geschlagen wurden. Die Verkleidungssujets der Freischaren orientierten sich dabei offensichtlich an Volksgruppen, welche den Zeitgenoss:innen als besonders wild, gefährlich oder exotisch daherkamen – als Gegensatz zu den stramm organisierten Kadetten.
Simon und Manuel begeben sich in der neuen Folge «Geschichten aus Aarau» auf das Schlachtfeld des Aarauer Freischarenmanövers, an die Morgenfeiern des 19. Jahrhunderts und an die Bankett-Tische vor 100 Jahren. In ihrem Gespräch beleuchten sie, was sich am Aarauer Fest aller Feste einmal anders war – und was bis heute blieb.
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Titelbild: Kadetten am Maienzug 1846, Darstellung von Karl Jauslin, 1889. Wikimedia commons.
Über
Zeitreise
We Love Aarau macht regelmässig mit Geschichten und Anekdoten eine Reise ins vergangene Aarau.
In ihrem Podcast «Geschichten aus Aarau» tauchen die Aarauer Historiker Manuel Näf und Simon Kalberer monatlich in die Vergangenheit unserer Stadt ein. Das Ziel: Geschichte vor der eigenen Haustüre erleben. Erstausstrahlung des Podcasts jeweils am letzten Montag des Monats um 18.00 Uhr auf Radio Kanal K.