Ein einheitliches Sprachbewusstsein in Aarau gibt es nicht. Das einzig Spezifische an der Aarauer Mundart ist, dass sie unspezifisch ist. So sehen es jedenfalls die sehr spärlich vorhandenen Dialektstudien zur Aarauer Sprache. Typisch Aarau sei demnach eine Vielfalt an Dialekten, wobei selbst eine einzelne Aarauerin sich gerne mehreren Dialekten bedienen würde. Die Geschichte der Sprachentwicklung in hiesiger Region zeigt, dass es sich dabei vor allem um ein Gemisch aus Berner und Zürcher Einflüssen handelt. Der Berner Einfluss hatte bis zum Sturz des Ancien Régime und der Gründung des Kantons Aargau klar die Überhand. Doch mit zunehmendem Wirtschaftswachstum wuchs Zürich zum grössten Einflussgebiet nicht nur von Aarau, sondern der gesamten nordöstlichen Deutschschweiz heran. Migration und neue Verkehrsverbindungen gen Osten sorgten vor allem im 20. Jahrhundert dafür, dass in Aarau nunmehr nicht nur die Bern-gefärbten Wörter ‘schiesse’, ‘Flöige’, oder ‘Naase’ zu hören waren, sondern immer häufiger auch die Zürcher Versionen ‘schüsse’, ‘Flüüge’ oder ‘Nase’ – Und ‘Anke’ wurde eben häufiger auch zu ‘Butter’.
Dass sich die Sprache unserer nördlichen Nachbarn, das Hochdeutsch, nie in der Aarauer Alltagssprache durchsetzen konnte, ist übrigens nicht so selbstverständlich, wie es heute wohl den meisten erscheint. Ausgerechnet Albrecht Rengger (1764–1835), Minister der Helvetischen Republik und Mitverfasser der Aargauer Kantonsverfassung, war so ganz und gar nicht begeistert von seinem heimatlichen Sprachgebrauch. So rief er deutsche Immigranten dazu auf, ihre «bessere Sprache gegen unsere schlechtere zu vertauschen.» Wie wir heute wissen, war er mit dieser Forderung nicht erfolgreich. Doch Bemühungen, unsere Sprache zu beeinflussen, gibt es bis heute. Und auch heute noch verändert sich der Aarauer Dialekt, den es streng genommen gar nicht gibt. Und wer weiss, ob in zehn, zwanzig oder hundert Jahren Aarau das Wort ‘Anke’ noch kennt.
In ihrer neuen Folge des Podcasts «Geschichten aus Aarau» machen sich Simon Kalberer und Manuel Näf auf die Suche nach der Aarauer Mundart, beleuchten dessen Entstehung und Entwicklung und machen sich Gedanken über ihr eigenes Sprachbewusstsein, das sich so schwierig fassen lässt.
Die Folge kann auch auf Apple Podcast abgespielt werden.
Dass sich die Sprache unserer nördlichen Nachbarn, das Hochdeutsch, nie in der Aarauer Alltagssprache durchsetzen konnte, ist übrigens nicht so selbstverständlich, wie es heute wohl den meisten erscheint. Ausgerechnet Albrecht Rengger (1764–1835), Minister der Helvetischen Republik und Mitverfasser der Aargauer Kantonsverfassung, war so ganz und gar nicht begeistert von seinem heimatlichen Sprachgebrauch. So rief er deutsche Immigranten dazu auf, ihre «bessere Sprache gegen unsere schlechtere zu vertauschen.» Wie wir heute wissen, war er mit dieser Forderung nicht erfolgreich. Doch Bemühungen, unsere Sprache zu beeinflussen, gibt es bis heute. Und auch heute noch verändert sich der Aarauer Dialekt, den es streng genommen gar nicht gibt. Und wer weiss, ob in zehn, zwanzig oder hundert Jahren Aarau das Wort ‘Anke’ noch kennt.
In ihrer neuen Folge des Podcasts «Geschichten aus Aarau» machen sich Simon Kalberer und Manuel Näf auf die Suche nach der Aarauer Mundart, beleuchten dessen Entstehung und Entwicklung und machen sich Gedanken über ihr eigenes Sprachbewusstsein, das sich so schwierig fassen lässt.
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Zeitreise
We Love Aarau macht regelmässig mit Geschichten und Anekdoten eine Reise ins vergangene Aarau.
In ihrem Podcast «Geschichten aus Aarau» tauchen die Aarauer Historiker Manuel Näf und Simon Kalberer monatlich in die Vergangenheit unserer Stadt ein. Das Ziel: Geschichte vor der eigenen Haustüre erleben. Erstausstrahlung des Podcasts jeweils am letzten Montag des Monats um 18.00 Uhr auf Radio Kanal K.