Zeitreise

«Polenschwärmerei» in Aarau

Im Revolutionsjahr 1830/31 kommt es auch in Polen zu einem Aufstand liberal gesinnter Patrioten gegen die russische Fremdherrschaft. In der Folge gründen Liberale in Westeuropa «Polenvereine», um die Aufständischen in ihrem Freiheitskampf zu unterstützen – auch in Aarau sammelt ein «Polenkomité» Spenden und unterstützt Flüchtlinge.

Von Manuel Näf und Simon Kalberer

«Immer allgemeiner wird in der Schweiz der edle Eifer, Beiträge zur Unterstützung der tapfern Polen in ihrem Freiheitskampfe zu sammeln. Es ist Sache der Freien, die Sache der Freiheit zu begünstigen», schreibt am 4. August 1831 «Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizerbote». Dessen Verleger Heinrich Remigius Sauerländer, der Lehrer Gottlieb Hagnauer und weitere Unterstützer aus Aarau hatten kurz zuvor das Aarauer Polenkomité gegründet. Über Aufrufe im «Schweizerboten» sammelt das Komité nun Spenden für Verwundete Polen in den Warschauer Spitälern.
Doch die Bemühungen des Komités werden von den Ereignissen überholt: Als im Herbst 1831 der Aufstand niedergeschlagen wird, machen sich tausende polnische Flüchtlinge, hauptsächlich militärisches Personal, auf nach Westeuropa mit dem Ziel Frankreich, das den Vertriebenen Asyl gewährt.
Die Fluchtrouten führen über Österreich oder Süddeutschland auch durch die Schweiz. Im Verbund mit Polenvereinen in Schaffhausen, Zürich und Baden ist auch das Aarauer Polenkomité bald damit beschäftigt, durchziehende Polen zu versorgen und ihre Weiterreise zu organisieren.
In der neusten Folge von «Geschichten aus Aarau» sprechen Manuel und Simon über die Arbeit des Aarauer Polenkomités, ein Kapitel der polnischen Geschichte und einen illustren Exilanten, der mit Hilfe des Aarauer Polenkomités Frankreich erreicht – und sich am Ende in der Schweiz niederlässt.



Die Folge kann auch auf Apple Podcast abgespielt werden.
Titelbild: Einnahme des Arsenals, Gemälde von Marcin Zaleski, 1831. Wikimedia commons.