Leseecke

Meiko Kawakami und «Das gelbe Haus»

Das neuste Buch der weltweit gefeierten Autorin Mieko Kawakami erzählt vom Leben zwischen Armut, Rotlichtmilieu, Nachtleben, Hoffnung und Freundschaft.

Von Beatrice Altorfer

Die 15-jährige Hana weiss, was es heisst, von der Hand in den Mund zu leben und sie kennt Einsamkeit. Sie wächst im Umkreis von Tokio bei ihrer Mutter auf, die im Nachtgeschäft tätig ist. Von ihrer Mutter kennt Hana keine Verbindlichkeit und keine Nähe. Darum verehrt sie Kimiko, eine Freundin der Mutter, die sich um Hana kümmert und eine unbeschreibliche Präsenz ausstrahlt. Hana beschliesst, mit Kimiko zusammenzuleben und zusammen eröffnen sie eine Bar, das «Lemon». Zu dieser kleinen Gemeinschaft stossen zwei weitere Teenager und zusammen bilden die vier Frauen eine Wahlfamilie.
Gerade als das «Lemon» richtig in Schwung gekommen ist, brennt die Bar komplett ab. Hana und Kimiko stehen vor dem Nichts. Um ihre eigene und die Existenz ihrer Freundinnen zu sichern, versinkt Hana immer tiefer in kriminellen Machenschaften, aus denen sie sich nur befreien kann, wenn sie alles hinter sich lässt.
Ein sehr eindrückliches Buch über Freundschaft und die Bereitschaft, über die eigenen Grenzen zu gehen, um sie zu retten.

Das Buch kann in der Stadtbibliothek Aarau ausgeliehen werden.
Das gelbe Haus / Mieko Kawakami. DuMont Verlag, Köln 2025.